Vita

Geboren in der Nähe von St. Gallen (Schweiz), verbrachte ich meine Kindheit in einem kleinen Dorf in den Voralpen der Ostschweiz. 

Vor unserer Haustür breiteten sich die Güter eines benachbarten Klosters aus, dessen Gelände mit seiner natürlichen Bewirtschaftung mein zweites Zuhause war. Knarrende Ochsen- und Pferdegespanne bewegten sich von den Klosteranlagen zu den Weiden und Äckern und rund um den Dorfteich mit seinen Wassertieren weideten Kühe und Schafe.

Mit dem Besuch einer Berufsausbildung (Lehramt) folgte der Wegzug aus dem abgelegenen Hochtal an den Bodensee. Nach mehrjähriger Unterrichtspraxis im Grundschul- und Förderbereich schloss ich eine musiktherapeutische Ausbildung in Berlin ab. Über längere Zeit arbeitete ich als Therapeut in einer Jugendhilfe-Einrichtung in der Nähe von Paderborn. Zahlreiche Musikprojekte mit Kindern und Erwachsenen, Seminare und künstlerische Tätigkeit begleiteten meine Arbeit.

Die Musik spielt seit meiner Kindheit eine wichtige Rolle. In der Begegnung mit ihr entsteht ein schöpferischer Raum, der zu klingen beginnt und uns mit auf die Reise nimmt, durch ferne Landschaften, durch Licht und Schatten, zu verborgenen Quellen, geheimnisvollen Ufern, durch Höhen und Tiefen, Freud und Leid… In jedem Menschen schlummern diese Welten und wollen gehört, berührt, bewegt und erlebt werden. Ich begann die Klänge, die ich hörte, aufzuschreiben, um sie auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Klänge auf Hölzern, Steinen und Metallen, auf Saiten-, Blas- und Schlaginstrumenten! Ein besonderes Instrument, das mir über die Jahre ans Herz wuchs, ist die Leier, deren Klang zum Lauschen und Verweilen einlädt und gleichzeitig unaufhörlich strömt. Ihre Klänge führen in die Stille, zu leise bewegten Wellen und glitzernden Regentropfen.

Im Bildwort der Märchen mit ihrer Symbolik und Bilderwelt fand ich eine Entsprechung im sprachlichen Ausdruck, und so entstanden, neben Kompositionen für Leier, viele Märchenmusiken.

Schon früh in meinem Leben entdeckte ich die Sprache als Ausdrucksmittel. Meine Tagebücher waren über viele Jahre meine treuen Begleiter und halfen mir, den Alltag mit seinen Freuden und Widrigkeiten, Träumen und Wünschen besser zu verstehen und auch zu verarbeiten.

Ende 2020 ist der Roman „Aufbruch nach Westen“, mein Erstlingswerk, erschienen. Beim Schreiben eines Romans treten persönliche Gedanken und Gefühle, die den Charakter von Tagebüchern bestimmen, nur scheinbar zurück, weil die Geschichte mit ihren handelnden Personen eine eigene Dynamik entwickelt. Die eigene Lebenswelt der Gefühle und Intensionen fließt weiter in die Erzählung ein, aber in verwandelter Form. Der Autor tritt in eine Art Zwiegespräch oder Korresponenz mit dem Geschehen und seinen zum Leben erweckten Personen. Es entsteht ein interaktiver Raum, eine Bühne, in dem Begegnungen, Verwandlungen und Neugeburten stattfinden.

In dem Roman „Aufbruch nach Westen“ verweben sich historische Zusammenhänge mit autobiografischen Inhalten. Die Handlung lässt die Leser*innen in eine Welt eintauchen, die noch anderen Lebensformen und Gewohnheiten folgt, als wir es heute kennen, vermittelt aber gleichzeitig „Menschliches“, das unabhängig von Ort und Zeit unser Inneres berührt.